ob Karosserie, Fahrwerk, oder Motor -
auch beim Marbella und Terra hat der Zahn der Zeit genug Angriffspunkte, an denen er nagen kann.
Auf welche Stellen Du besonders zu achten hast, erfährst Du hier!

Alle Fotos auf dieser Seite kannst Du durch anklicken vergrößern!
 





DER MOTOR

Ölverlust
Die Benziner mit bis zu 903 cm³  werden mit der Zeit gerne "inkontinent", d. h. im Klartext der Motor beginnt sich seines Schmiermittels durch nicht dafür vorgesehene Öffnungen zu entledigen. Die geschieht in der Regel durch die Ventildeckeldichtung, die Ölwannendichtung, den Ölmeßstab, den Ölfilter und die Ablaßschraube (wenn nicht sachgerecht montiert), die Benzinpumpe (Risse am Sockel aus Hartkunststoff, siehe 2. Foto) und in den schlimmsten Fällen auch durch die Zylinderkopfdichtung oder die Simmerringe der Kurbelwelle. Ein Blick unters Auto und in den Motorraum entlarvt diesen Mangel, da der Motorblock in den meisten Fällen dann ölverschmiert ist, oder/und an der Ölwanne (meist an der Ablaßschraube) Öltropfen hängen.
Appropos Öl: Beim Begutachten des Fahrzeugs kann es nicht schaden, mal den Ölpeilstab heraus zu ziehen, um sich über den Zustand des Motoröls zu informieren. Zu wenig  Öl, oder "schwarze Tinte" läßt auf einen wenig gewarteten Wagen schließen.


Der Vergaser
Da ein Großteil unsere Schätzchen zwischenzeitlich schon ein stattliches Alter erreicht hat, bleiben auch Verschleißerscheinungen am Vergaser (so vorhanden!) nicht aus. Häufig werden die Benzinschläuche am Vergaser undicht, was man meist schnell durch den Benzingeruch unter der Haube feststellen kann. Ebenfalls gerne wird das Austauschen des Kraftstoff-Filters bei den Wartungsarbeiten vergessen. Die Gummimembrane der sog. "Beschleunigerpumpe", welche beim Gasgeben zusätzlichen Sprit in den Vergaser einspritzt, kann durch Alter und Verschleiß brüchig werden. Bei den Marbella-Modellen mit dem elektronischen Vergaser (G-Kat, erkennt man bei geöffneter Motorhaube am silbernen, rechteckigen Steuergerät vorne links im Motorraum) sind zusätzlich noch 3 Magentventile angebracht, von denen zwei des öfteren des Geist aufgeben (Cut-Off, und  Gemisch-Abmagerung).
Bei den älteren Marbella-Modellen ohne Kat muß noch zum Jahreszeitenwechsel der Deckel des Luftfilters um 180° gedreht werden, um dem Vergaser im Winter warme Luft vom Abgaskrümmer zukommen zu lassen. Vergißt man dies, kann es zum vereisen des Vergaser kommen.

Um es kurz zu machen: Alle Defekte am Vergaser habe zur Folge, daß der Motor nicht einwandfrei läuft. Dies macht sich bemerkbar, wenn der Motor unrund läuft, im Stand ausgeht, sich beim Gas geben verschluckt, zuviel Benzin verbraucht, u.s.w. Da diese Phänomene auch bei anderen Störungen am Motor vorkommen (z. B. bei Zündungsproblemen) ist es für den Laien meist schwierig, diese Auswirkungen einem Vergaser-Schaden zuzuordnen.
Zylinderkopfdichtung
Die Marbella haben nur ein kleines Motörchen mit wenig PS. Aus diesem Grund werden viele der Marby´s von Ihren Besitzern gerne im "oberen Drehzahlbereich" bewegt. Durch meist lang andauernde Vollgasfahrten wird die Zylinderkopfdichtung (kurz ZKD) zum Frühtod getrieben. Wenn also auch bei warmen Motor weißer Rauch aus dem Auspuff des Marbella strömt, kann man nicht etwa davon ausgehen, daß ein neuer Pabst gewählt worden ist, sondern die ZKD gerade dabei ist, daß zeitliche zu segnen. Ein weiteres Indiz sind Motoröl im Kühlwasser (Kühlwasser riecht nach Benzin oder Öl), Kühlwasser im Motoröl (siehe unten), starker Überdruck im Kühlmittelkreislauf bei kaltem Motor, ein hoher Öl- und Kühlwassrverbrauch ohne feststellbare Leckage.
Wenn man den Deckel des Öleinfüllstutzens öffnet, findet sich darunter häufig eine gelbe, schleimige Ablagerung. Diese entsteht oft , wenn das Fahrzeug nur im Kurzstreckenbetrieb bewegt wird (Kondenswasser+Öl schäumt sich auch, und lagert sich am Einfüllstutzen und am Schlauch zum Luftfilter ab). Bei einem Langstreckenfahrzeug sollte dies nicht der Fall sein, und kann auch ein Zeichen einer defekten ZKD sein.  (ZKD wechseln -->)

Zündung
Beim Marbella ohne G-Kat ist der Verteiler nebst Innereien ein gerne gesehener Problemauslöser, vor allem bei feuchtem Wetter. Die Verteilerkappe wird mit der Zeit spröde und bekommt Risse, durch die Feuchtigkeit eindringt, und den Zündfunken zum Ärger des Marbellafahrers überall hin befördert, nur meist nicht zu den entsprechenden Zündkontakten in der Verteilerkappe. Dieses Problem läßt sich relativ leicht durch einen Spritzer Kriechöl (verdrängt Feuchtigkeit, und leitet keinen Strom) lösen, das man in die demontierte Verteilerkappe (zwei Klammern an den Kappenseiten wegschnappen) sprüht. Um dem Problem vorzubeugen, einfach mal beim Marbella-Check die Kappe entfernen, und die Kontakte in der Kappe, den Verteilerfinger, und den darunter liegenden Unterbrecher-Kontakt überprüfen. Sind die Kontakte schon arg "verbraten", ist ein Wechseln dieser Komponenten angesagt. Bei allen Benziner-Modellen altern auch die Zündkabel, und entlassen, ebenfalls bei feuchtem Wetter, gerne einmal den Zündfunken in die Freiheit, bevor dieser die Zündkontakte an der Zündkerze erreicht hat. Zum Prüfen am Besten den Motor laufen lassen, und in sicherem Abstand die Zündkabel mit einer Zerstäuberpumpe (z. B. vom Fensterputzmittel) mit Wasser! benetzen. Entsteht ein Funkenmeer im Motorraum, sollte man auch über einen Zündkabelwechsel nachdenken.
Beim Vergaser-G-Kat-Marby kommen die Impulse zum Zünden vom Steuergerät. Da das Teil "blind" ist, bedient sich das Gerät der Fähigkeiten anderer Motorraum-Bewohner, die das Steuergerät mit den Imformationen beliefern, die es zum richtigen Zünden benötigt. Diese Komponenten werden durch Kabelsteckverbindungen mit dem "Gehirn" verbunden, in denen sich gerne Feuchtigkeit ansammelt, und die Kontakte korrodieren läßt. Bei Zündproblemen also am Besten erstmal diese Steckverbindungen lösen, ggf. reinigen, und mit Kriechöl behandeln. Von diesen "Informationsbeschaffern" ist der Temperaturgeber das anfälligste Bauteil. Aber auch die Zündspulen lösen sich nach gewisser Zeit gerne in ihre Bestandteile auf, werden rissig, und schlagen durch.


Verschleißteile
Beim Marbella-Test sagen folgende Teile viel über den Pflegezustand des Wagens aus.
Der Keilriemen ist ein wichtiges Bauteil, da es den Marby mit Strom versorgt, und das Wasser im Kühlkreislauf in Bewegung hält. Wenn der Keilriemen so wie auf dem Bild aussieht, dann schnellstens wechseln!
Der Luftfilter sollte, genauso wie der Keilriemen in einem vorgeschriebenen Turnus gewechselt werden, um Kraftstoff zu sparen, und den Vergaser vor Verschmutzungen zu schützen.
Die Zündkerzen alle 10.000 bis 15.000 km wechseln (zur Anleitung 'Zündkerzen wechseln' -->). Die Kontaktfarbe ist im Idealfall rehbraum. Läuft der Motor zu fett sind die Kontakte schwarz und rußig, läuft er zu mager sind die Kontakte weiß. Wenn die Zündkerze total ölig ist, können Schäden an den Kolbenringen, oder der ZKD vorliegen.







DER ANTRIEB Getriebe
Die Marby´s gibt es entweder mit einem robusten 4-Gang, oder 5-Gang H-Schaltgetriebe von Fiat, und später von VW. Die Gänge bei den Fiat Getrieben zu "treffen" erweist sich für nicht Marbella-Kenner als schwierig, da die Gänge mit dem langen Schalthebel und dem schwammigen Rührwerk etwas schwerer zu finden sind, als bei anderen Fahrzeugen. Dieser Zustand verschlimmert sich jedoch, wenn sich beim Schalthebel die Büchsen, und der Gummiblock des Schaltgestells in Getriebenähe im Laufe der Jahre ausnutzen. Ebenfalls besteht, gerade bei Marbella-Laien, die Gefahr, eben durch die hakelige Schaltung und den langen Schalthebel da einen Gang einzulegen, wo eigentlich gar keiner ist - was dem Getriebe meist mit krachenden Geräuschen quittiert. Ab und zu  verliert auch das Getriebe, genauso wie der Motor, Öl. Diese entweicht meist durch die inneren Manschetten der Antriebswellen, oder seltener durch den Dichtring hinter dem Ausrückhebel.
Antriebswellen
Diese Wellen übertragen die unglaubliche Kraft des Motors über das Getriebe an die beiden vorderen Räder. Am häufigsten sind die äußeren Gummi-Gelenkmanschetten vom Verschleiß betroffen, da sich diese permanent durch die Lenkbewegungen strecken und stauchen lassen müssen, während sie sich drehen. Der Gummi wird mit steigendem Alter spröde und brüchig, reißt dann auf, und es findet ein lustiger Austausch zwischen den Fett im Inneren und dem schmutzigen Wasser außen herum statt. Die Folge sind verölte Bremsen vorne, und, wenn der Mangel nicht abgestellt wird, kaputte Kreuzgelenke an den Antriebswellen-Enden. Wenn man auf den Boden liegt, um sein Auto von unten in Betracht zu nehmen, kann also auch ein aufmerksamer Blick auf die Innenseiten der vorderen Reifen nicht von Nachteil sein. (zur Anleitung 'Antriebswellenmanschetten tauschen' -->)





DIE BREMSEN Intro:
Da die meisten Marby´s ohne Bremskraftverstärker auskommen müssen, erfordert das Abbremsen der bewegten Fuhre ein wenig mehr Beinkraft, als bei einem Konkurenzprodukt. Bei einer Testfahrt also nicht wundern - das ist in der Regel so in Ordnung.
Vorne
Vorne hat das gute Stück in bester Sportwagemanier jeweils links und rechts Scheibenbremsen mit einem einkolbigen, schwimmenden Bremssattel. Damit der Sattel (oder auch Bremszange genannt) "schwimmen", d. h. sich bewegen kann, müssen die Führungen gangbar sein. Im Laufe der Zeit setzen sich diese Führungen allerdings gerne mal mit Bremsenabrieb und Straßenschmutz zu, wodurch, unterstüzt durch die Einwirkung von Wasser und Salz, der Bremssattel an den Führungen fest wird. Auch der Bremskolben im Sattel kann sich, vor allem bei defekter Staubmanschette, oder auch bei längerem Stillstand, festsetzen. Die Auswirkungen sind bei beiden Problemen gleich - der Marby hört nicht mehr auf zu Bremsen, auch wenn das Bremspedal nicht mehr betätigt wird. Meist bemerkt man diesen Defekt sofort an dem scharrenden Geräusch beim Fahren, oder auch an dem Geruch, den die heiß gewordene Bremse, und Felge (Vorsicht! Verbrennungsgefahr bei längerer Fahrt!) ausdünstet. (zur Anleitung 'Bremse vorne überholen' -->)
hinten
Die Trommelbremsen, die sich unter den hinteren Reifen verstecken, sind im großen und ganzen unproblematisch, es gibt aber dennoch zwei Schwachstellen, die zu überprüfen sind:

Die Radbremszylinder, die mittels Bremsflüssigkeit die Muskelkraft des gestählten Marbella-Fahrer-Beins an die Bremsbeläge übertragen, können mit zunehmendem Alter undicht werden. Dies kann man erkennen, wenn man, wie vorne, unter dem Wagen auf die Innenseiten der Reifen schaut, und dort überprüft, ob dort am unteren Rand der Bremstrommel Bremsflüssigkeit herausquillt (Vorsicht! Bremsflüssigkeit ist ätzend! Deshalb schmutzige Finger nicht an der eigens für die Besichtigung angezogenen, weißen Satin-Designer-Hose abwischen!)



Sollte sich ein Hinterrad nicht mehr drehen, kann man davon ausgehen, daß die Bremsen fest sind. Schuld daran ist ein kleiner Hebelmechanismus in der Bremstrommel, der durch die Handbremse die Hintereifen blockiert. Ist das Gelenk dieses Hebels fest, löst sich die Bremse nicht mehr, und kann nur noch durch öffnen und überholen der Bremsen wieder gangbar gemacht werden (siehe Bild -->)







DIE KAROSSERIE Rost, Rost, Rost!
...und deswegen so ausdrücklich geschrieben, weil die Mechanik des Autos die Karosserie in den meisten Fällen um ein vielfaches überlebt. Der Grund: Billig-Auto + keine Pflege + (vor allem bei den letzen Marby ab 96) vom Werk aus eine schlechte Konservierung der selbsttragenden Hülle + eindringendes Wasser, Salz und Schmutz = desaströse Stahl-Oxidierungen!
Unten aufgeführt deshalb die am häufigsten betroffenden Stellen, und noch ein kleiner Tip für alle Terra-Freunde: Wer sich einmal wundern will, wo so ein Seat Terra überall rostet, dem empfehle ich den Link zu der Intenetseite "Das Sieb" .


Vorab dazu noch ein kleiner Tip: Um den Wagen vor Korossion zu schützen, haben die Spanier in vermutlich guter Absicht viele Teile des Wagens mit einer Karosseriedichtmasse bearbeitet. Dieses Zeug findet sich in zentimeterdicken Schichten am Wagenboden, aber auch vor Blechfalzen an Türen und Hauben wurde nicht halt gemacht. Leider wird diese Masse gerade am Unterboden von Feuchtigkeit unterwandert, wodurch soz. unbeobachtet  der Rost sein zerstörerisches Werk dort verbreiten kann. Das linke Foto, auf dem ein Teil eines Kotflügels, daß ich bei Reparaturen herausgetrennt habe, zu sehen ist, verdeutlicht diese Problem.

unten
wie bei allen anderen Autos ist der Unterboden die Rost-Hauptnahrungsquelle Nr. 1,  weswegen man ihm auch bei den Marby´s besondere Aufmerksamkeit schenken sollte. Besonders die Stellen, die von den Reifen während der Fahrt mit reichlich Wasser und Schmutz eingedeckt werden, sind besonders anfällig für Rostbefall. Schwerwiegend kommt noch bei den Marbella´s hinzu, das (vermutlich aus Kostengründen) auf den Einsatz von sog. Innenkotflügeln (spezielle Radhausschalen aus Kunststoff, die jetzt bei jeden Wagen Verwendung finden) verzichtet wurde. Dadurch können die Reifen im Radhaus ungehindert den Straßenschmutz bis in die kleinste Ecke der zerklüfteten Radhäuser befördern. Hinten bleibt dieser Rostfraß meist unentdeckt, da sich dieser gut unter den bis zum Hinterrad gezogenen Stoßstangen verstecken kann. Weniger Versteckmöglickeiten bieten da die Einstiegsbleche, die besonders gerne auf der Innenseite und am Falz zu rosten beginnen, wo sich der Rost unter dicken Schichten Unterbodenschutz verstecken kann (siehe Bild unten). Auch die Türunterkanten zeigen sich vom Salzwasser-Dauerbeschuß der vorderen Räder nicht unbeeindruckt, und belohnen die Zwangsberegung mit Rostblüten an der Türinnenseite. Rostbefall im vorderen Radhaus macht sich meist zuerst an den sog. "Käseecken" (siehe auch 'die Außenhaut') bemerkbar.
Auch der Benzintank hat dem Rost nicht viel entgegenzusetzen, und rostet vor sich hin, bis er undicht wird. Dieses bemerkt man allerdings relativ schnell an dem penetranten Benzingeruch, wenn man dem Auto näher kommt.







innen

Auch im Innenraum wird der Marbella-Besitzer auf der Suche nach Rost meist fündig. Besonderes Augenmerk ist dabei auf die Sitzschienen zu legen, die das Gestühl mit dem Fahrzeugboden verbinden. Die Besfestigungspunkte befinden sich ungünstigerweise über hohlen Querverstrebungen, die unten, außenseitig am Boden verlaufen, und die mangels Hohlraumschutzmaßnahmen von innen her das Rosten beginnen. Somit kommt es schon vor, daß sich dadurch die Sitzschiene vom Bodenblech löst, und sich der Fahrer plötzlich auf eine ungewollte Reise mit seinem Sitz durch das Fahrzeuginnere begibt. Auch die Übergangsstelle von Bodenblech zu Einstiegsblech rostet auf Grund mehrerer dort zusammenlaufender Bleche gerne mal durch. Ein beherzter Griff unter Auto auf die Innenseite des Einstiegsblechs gibt einem Aufschluß, ob sich an dieser Stelle Durchrostungen befinden könnten, ohne dabei den Teppich zu entfernen.

Bei einer Visite des Motorraum sollten man sich nicht scheuen, auch mal den Reservereifen heraus zu heben. Bei der Stelle, wo der Reifengummi das Blech berührt, und rund ums Federbein lauert auch gerne mal der Rost. Ebenso die aus zwei zusammengepunkteten Stehbleche im Motorraum neigen dazu, dem rosten zu fröhnen. Rost bei der Kunststoffhalterung des Wagenhebers sollte einem zur Vorsicht raten.

Die Innenkante des Kofferraumdeckels ist, auf Grund verstopfter Ablauf-Löcher im Deckel, auch eine zu überprüfende Stelle bei der Rostsuche.
die Außenhaut
Auch das Blech, daß der Marbella sein schönes Erscheinungsbild verdankt, wird von der braunen Pest nicht verschont. Die wohl bekannteste Stelle sind die sog. "Käseecken", oder auch "Dreiecksbleche",welche die geklebten, vorderen Kotflügel an der hinteren Seite mit dem Rest der Karosserie verbinden. Diese Ecken rosten, aus zwei Gründen: Die Naht wurde zwischen der Ecke und der Karosserie an der Außenseite mit einer Dichtmasse verklebt, die Risse bekommt, in denen sich dann Feuchtigkeit einnistet. Hinzu kommt, daß der vordere Reifen beim Fahren Schmutz und Wasser auf die Rückseite der Ecke spritzt. Einer der beliebteste Verweilplätze für diesen Flug-Schmotter ist die Stelle, wo sich die seitliche Kunststoffflanke und die "Käseecke" treffen, und der in die Ecke eingelassene Seitenblinker.
Appropos Kunststoffbeplankung: Gerade mal wieder bei den jüngeren Baujahren sind die vorgestanzten Löcher für die Haltehaken der Seitenplanken ein Plätzchen, an dem sich der Rost ausbreitet. Auch rund um den Tankeinfüllstutzen fängt das Blech des kleinen Spaniers gerne an zu blühen. Bei offener Motorhaube sollte man einen genauen Blick auf die vorderen Spitzen der Kotflügel werfen, die gerne durch feuchten Schmutz von dem Radhaus ausgehend von unten beginnen, durchzufaulen.


Ebenfalls ein echter Rostklassiker sind beim Marbella die unteren Eck-Bereiche des Scheibenrahmens der Windschutzscheibe. Durch eine schmale Kunststoffabdeckung in den vorderen Radhäusern, und dem Lüftungsdüsen im Innenraum vor neugierigen Blicken geschützt, kann der Rost in diesem nicht mit Hohlraumversiegelung verwöhnten Bereich der Rost sein Unwesen treiben - solange, bis die Außenhaut an diesem Bereichen mit ersten Rostblasen diese Zerstörung anzeigt.

Besonders gerne befällt der Rost auch den Scheibenrahmen der Windschutzscheibe, vor allem aber der Heckscheibenrahmen ist betroffen. Leider entdeckt man diesen Befall meist erst, wenn der Rost unter dem Dichtungsgummi zum Vorschein kommt - da kann es dann für eine Reparatur schon zu spät sein!










DER INNENRAUM der Instrumententräger
Die einem Brotkasten ähnlich aussehende Behausung des Tachos und der Tankuhr beherbergt außerdem auch noch eine überschaubare Anzahl an Meldeleuchten und Schaltern. Das Ganze ist so robust, wie einfach und pflegeleicht, beinhaltet aber bei den G-Kat-Modellen leider einen akkustischen Warnpiepser, der den Marbella-Benutzer leicht zum Irrsinn treiben kann. Diese Komponente soll zusammen mit einer roten Warnleuchte den Fahrer darauf hinweisen, daß er beim fahren mit einem Motor, der die Betriebstemperatur erreicht hat, den für den Kaltlauf vorgesehenen Choke wieder in seine Ausgangsstellung zurückschieben soll (Anzeige und Piepser "blinken"). Nun zeigt diese Lampe (und auch der Piepser) aber ebenfalls Störungen bei der Motorelektronik an, die aber nicht unbedingt dazu führen müssen, das der Wagen stehenbleibt, oder Schaden nimmt. Die kann z. B. eine defekte Lambdasonde sein, oder auch nur ein schlecht kontaktierender Stecker (Lampe und Piepser im Dauerbetrieb!). Da dieser Tinitus-ähnliche Piepston einen in den Wahnsinn treiben kann, wird der Piepser und die Lampe gerne entfernt, oder außer Betrieb genommen (ich empfehle, nur den Piepser zu entfernen, und die Funtion der Meldeleuchte nicht abzuschalten).
Wenn aus dem Gebläse kein Lüftchen mehr kommt, obwohl der Lüfter lautstark seine Arbeit aufgenommen hat, wird vermutlich zerkleinertes Laub, welches durch die Lüftungsgitter der Motorhaube direkt in den Lüfterkasten gefallen ist, diesen verstopft haben. Abhilfe schaft ein Fliegengitter, daß man zwischen Motorhaubegitter und Heizungskasten anbringt.
Bitte auch nicht wundern, wenn die Tankanzeige bei den Bewegungen des Fahrbetriebs munter von "total leer" bis "randvoll" herumschwankt. Da diese nicht elektrisch oder mechanisch gedämpft ist, ist dieses Phänomen normal.

das Intérieur
...meint in diesem Fall die etwas spartanische, aber dafür umso symphatischere Innenausstattung. Die vorderen Sitze sind von der Sitzflächenlänge etwas klein geraten, sind aber, wie ich finde,  besser und bequemer als Ihr Ruf (ebenfalls kann ich nicht bestätigen, daß die Sitze der neueren Modelle besser sein sollen als das Vorgängermodell). Was allerdings ein Manko darstellt, ist der Einrastmechanismus, der verhindert, daß der Sitz nach vorne klappt: Dieser ist häufig "out of order".
Eberfalls ärgerlich ein anderes Marbella Problem: Das Lenkrad und der Schalthebel wurden aus einem Kunststoff gefertigt, der durch die äußere Einwirkungen von Sonne, Schweiß, und andere mir nicht bekannte Einflüsse mit der Zeit anfängt, penedrant zu kleben. Die meisten Besitzer der Marby´s behelfen sich hierbei mit andern Lenkrädern vom Fiat Panda oder Cinquecento, oder verwenden Lenkräder, Lenkradüberzüge und Schaltknäufe aus dem Zubehör-Handel.
Die Türverkleidungen und das Material des "Handschuhfachs" (oder besser gesagt der Ablage, die gerne auch "Regenrinne" genannt wird) besteht in der Regel aus einem nicht besonders hochwertigen Kunststoff, der im Laufe seines Lebens gerne an den stärker beanspruchten Rändern ausreißt. Ebenfall in fast allen Fällen in einem zerstörten Zustand anzufinden sind die hauchdünnen Innen-Himmel der Faltdächer, die meist durch scharfe Fingernägel, oder hektisches Verschließen des Faltdachs von Ihren Besitzern beschädigt worden sind.
Auch die Innenraumleuchte, die sich vor dem Innenspiegel befindet ist kein Prunkstück spanischer Ingenieurskunst, da diese Teil gerne so leuchtet, wie es ihm gerade in den Kram paßt.
Der große Kofferraum verleitet dazu, den Marby als Kleinlaster zu verwenden. Dazu wird in der Regel der Stauraum durch umklappen der Rücksitzbank vergrößert, und dazu die Hutablage entfernt. Dabei wird gerne durch rabiates Gereisse an den filigranen Drehgelenk-Aufhängungen diese abgerissen, oder die Halterungen, an der die Hutablage am Kofferraumdeckel (die "Gummischnürchen") hängt, beschädigt. Wenn derjenige daß nichtgeschafft hat, kann man sich sicher sein, daß die demontierte Hutablage irgendwo stehengelassen, und vergessen worden ist, weswegen bei vielen Mary´s die Hutablage generell fehlt. Auch eine Vergewaltigung der Hutablage durch monströse, tonnenschwere Lautsprecher ist keine Seltenheit.













DIE MECHANIK UND ELEKTRIK Mechanik
Die Mechanik des Marbella ist einfach und robust - wurde sie doch auch schon größtenteils in früheren Seat und Fiat Modellen erprobt und verbessert. Allerdings gibt´s auch hier Schwachstellen, wie das Schloß des Kofferraumdeckels, daß irgenwann im Laufe der Zeit beschließt sich nicht mehr absperren zu lassen. Auslöser ist meist Wasser, daß durch die Öffnung des (meist nicht) vorhandenen Scheibenwischers in der Heckklappe nach unten läuft, und direkt in das darunterliegende Schloß tropft. Die Aluminium-Innereien des Schloßes quellen so mit der Zeit auf, und das Schloß läßt sich nicht mehr auf-, bzw. absperren. Meist hilft bei diesem Problem nur noch das Austauschen des Schloßes, was dazu führt, daß man für sein Auto zukünftig 2 Schlüssel (oder bei älteren Modellen 3! Schlüssel) am Schlüsselbund hängen hat. Diese Funktion beim Marby-Check also bitte nicht vergessen!

Elektrik
Das größte Problem der Bordelektrik liegt eindeutig im Eindringen von Wasser in Steckverbindung, die sich im Motorraum, oder im Außenbereich des Wagens befinden. Die Fehler sind meist nur durch zeitaufwendiges Suchen zu finden, aber dann relativ leicht durch trocknen, und behandeln der Schadstelle mit Kriechöl, oder Austauschen der defekten Verbindung zu beheben.












Diese Liste ist sicherlich noch nicht vollständig, da ich, gerade bei den Terra-Modellen, nicht über die Erfahrungen verfüge, um gerade die Schwachstellen dieses Modells zu kennen.
Wenn also jemand noch Vorschläge hat, was in die Mängelliste mit aufgenommen werden sollte (egal ob Marbella oder Terra), so bitte ich denjenigen, sich bei mir zu melden.